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Aus alter Wurzel neue Kraft

Die Geschichte der St. Hubertus Schützenbruderschaft lässt sich leider erst ab dem Jahre 1956 genauer zurückverfolgen. Ab diesem Zeitpunkt wurde ein Protokollbuch der Bruderschaft geführt. Für die Jahre 1920 bis 1956 konnten leider nur wenige Daten und Begebenheiten anhand der Kirchenchronik der St. Nikolaus Pfarre Rath ausfindig gemacht werden. Die Schützenbruderschaft wurde am 6. Mai 1920 gegründet und Herr Johann Nießen wurde zum 1. Präsidenten gewählt.
Einige Schützenbrüder sind während des 2. Weltkrieges gefallen oder gelten als vermisst.Die nächste Aufzeichnung datiert aus dem Jahre 1951: Am 2. September wird das Schützenfest nach althergebrachter Weise gefeiert. Im Jahre 1952 findet das Schützen- und Kirchweihfest am 1. September statt.
Während des Schützenfestes 1954 findet am Kirmesmontag ein Pfarr-Kinderfest auf dem Schützenplatz statt, dass bei schönem Wetter von vielen Schaulustigen und Teilnehmern besucht wird. Zum 35jährigen Jubiläum der Bruderschaft findet am Sonntag, dem 12. Juni und Montag, dem 13. Juni 1955 ein Stiftungsfest statt. Am Festzug beteiligten sich mehrere Gastvereine der Nachbardörfer. Die Königskrönung findet am Montagabend in der Pfarrkirche statt. Die Bruderschaft zählt am Jubeltag 40 Mitglieder. Von den Landwirten sind nur wenige Mitglieder. Am 6. November 1955 findet ein gemeinsamer Kirchgang der Schützen statt. Bei der Generalversammlung am 1. Januar 1956 legt Präsident, Herr Heinrich Langes, sein Amt nieder, da er nach Düren verzogen ist. Herr Langes stand der 35 Jahre alten Bruderschaft 34 Jahre als Präsident vor. Als Nachfolger wurde Mathias Rademacher gewählt. Dieser nahm das Amt an und dankte für die Wahl. Die Generalversammlung beschloss die Einzelaufführung der Einnahmen und Ausgaben.
Weiterhin wurden in den Vorstand gewählt:
Vizepräsident: Ludwig Strack
Schriftführer: Heinrich Lock
Kassierer: Martin Berger
Schießmeister: Wilhelm Iven
Fahnenoffizier: Peter Müller
Hauptmann: Heinz Strack
Beisitzer: Josef Bongen
Vertreter der Altersjubilare: Peter Schönenberg

Mehrere Mitglieder traten aus, weil beschlossen wurde, das Schützenfest am Kirmessonntag zu feiern.
Am 3. Januar stellte Mathias Radermacher sein Amt aus familiären Gründen wieder zur Verfügung.
Der Vorstand beschloss am 22. Januar 1956, folgende Punkte der Vollversammlung zur Diskussion zu stellen:
– Beitragserhöhung auf –,50 DM, Jugendliche –,30 DM
– Nur noch jeden 2. Monat eine Versammlung abzuhalten.
– Keine Aufteilung mehr in zwei Züge
– Ein Protokollbuch anzulegen
– Ein Eintrittsgeld in Höhe von 2,– DM zu erheben.

Bei der Aufnahme von Mitgliedern ist eine Verfügung des bischöflichen Generalvikariats Aachen maßgeblich. Nach dem schnellen Rücktritt des Präsidenten wurde am 26. Februar 1956 Heinrich Strack zum neuen Präsidenten gewählt. An seiner Stelle wurde Josef Breuer zum Hauptmann gewählt.
Seit dem 5. September 1956 hat der Schützenkönig 5 Paare (Gefolge) frei.
1957 wird eine neue Fahne in Angriff genommen. Ein Fastnachtsball am 24. Februar erbringt einen Reingewinn von 256 DM.
Die Vorstandswahlen am 5. Januar 1958 bringen folgende Änderungen:Seit dem 18. Mai 1958 besteht der Beschluss, am Montagabend des Wissersheimer Schützenfestes zur Vertiefung der Freundschaft zwischen den Bruderschaften von Rath und Wissersheim eine Delegation dorthin zu entsenden. Christian Tütt löst Willi Iven am 11. August 1958 als Schießmeister ab.
Während die Königskrönung früher in der Kirche stattfand, wurde am 10. August 1966 beschlossen, die Krönung künftig in den Saal zu verlegen.
In der Hauptversammlung am 8. Januar 1967 wird Friedel Godesberg zum Jungschützenführer gewählt. Heribert Tütt wird zum Träger der alten Fahne bestimmt.
Die Vorstandswahlen am 3. Januar 1967 erbrachten folgendes Ergebnis:
Präsident: Heinrich Strack
Vizepräsident: Heinrich Lock
Kassierer: Hubert Lock
Stellvertreter: Josef Breuer
Schriftführer: Willi Esser
Stellvertreter: Christian-Josef Könen
Schießmeister: Christian Tütt
Hauptmann: Josef Breuer und Josef Steffens
Fähnrich: Reiner Müllenmeister
Fahnenoffiziere: Josef Tütt und Toni Schauf
Beisitzer: Josef Tütt und Toni Schauf
Jungschützenführer: Friedel Godesberg
Jungschützenfähnrich: Heribert Tütt

1971 wird die Beschaffung eines neuen Säbels und eines Federbusches für den Hauptmann sowie eines neuen Gewehres beschlossen.
Beim Schützenfest 1971 wurden mehrere nicht namentlich genannte Damen in die Bruderschaft aufgenommen. Am 22. April 1972 wurde formell über die Aufnahme abgestimmt. Die Mehrheit stimmte gegen die Aufnahme von Frauen.
Der erste Beschluss zur Verlegung des Schützenfestes in ein Zelt am 27. Mai 1972 gefasst. Der Beschluss konnte wegen der fortgeschrittenen Jahreszeit im selben Jahr nicht mehr in die Tat umgesetzt werden.
Lenchen Müller half in diesem Jahr aus der Not und stellte den Saal zur Verfügung. Die Eintrittspreise wurden wie folgt festgelegt:
Samstag: DM 4,–
Sonntagnachmittag: DM 2,–
Sonntagabend: DM 3,50
Montagabend: DM 3,50
Dienstag: DM 3,–

Am 9. November 1972 befasste sich die Mitgliederversammlung erneut mit dem Thema „Frauenmitgliedschaft“. Man rang sich dazu durch, Frauen künftig zu dulden, ihnen jedoch nicht die aktive Mitgliedschaft zu gewähren. Da dies nicht der Vorstellung der um die Aufnahme bemühten Frauen entsprach, war damit das Thema erledigt.
(wird fortgesetzt)